Strategische_Kontrolle
Kontrollsysteme — Grundprinzip Kontrolle = Überwachung geplanter und realisierter Größen durch Vergleich.
- Soll = normativ, richtungsgebend (geplante Größe)
- Ist = empirisches Datenmaterial, realisiert (tatsächliche Größe)
- Wird = hochgerechneter Ist-Wert (Prognose für Periodenende)
Bei Abweichungen: Ursachenanalyse → Gegensteuerungsmaßnahmen
Ziel der Kontrolle: Defizite im System aufspüren und den Realisierungsgrad der Unternehmenspläne feststellen.

Operative Kontrolle
- Bezug zur kurzfristigen (operativen) Planung
- Datenbasis: quantitative Daten, gut strukturiert
- Motto: "doing the things right" (Effizienz)
- Zwei Kontrollformen:
- Ergebniskontrolle (Feedback): Ist vs. Soll → nachträglicher Vergleich
- Soll-Wird-Kontrolle (Feedforward): Soll vs. hochgerechneter Ist-Wert → vorausschauend
- Bei Korrekturen: die Ausführung der Maßnahmen wird überarbeitet — nicht die Strategie
Strategische Kontrolle
- Bezug zur langfristigen (strategischen) Planung
- Primäres Ziel: Aufbau und Sicherung der Erfolgspotenziale
- Motto: "doing the right things" (Effektivität)
- Bei Korrekturen: die Strategie selbst wird angepasst

3 Elemente strategischer Kontrolle Prämissenkontrolle Prüft, ob die Planungsannahmen (Prämissen) noch gültig sind. Prämissen entstammen Umwelt- und Szenarioanalyse sowie interner Ressourcenanalyse. Ändert sich das Umfeld (z.B. neue Gesetze, Marktveränderungen), werden veraltete Prämissen erkannt.
Durchführungskontrolle Überprüft, ob strategische Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden (Planfortschrittskontrolle). Misst: Fortschritt, Umsetzungsgeschwindigkeit, Zukunftsfähigkeit. Ist auch Grundlage für Entscheidung, ob ein strategisches Projekt fortgesetzt oder abgebrochen wird.
Strategische Überwachung Überwacht nicht-geplante Ereignisse (Diskontinuitäten) — Entwicklungen, die in der Planung nicht berücksichtigt wurden. Ergänzt Prämissen- und Durchführungskontrolle durch ungerichtete Beobachtung des Umfelds.
Das Konzept der schwachen Signale (weak signals) Schwache Signale = frühe, unspezifische Anzeichen von Umfeldveränderungen, die noch keine klaren Handlungsempfehlungen liefern, aber Aufmerksamkeit erfordern.
Merkmale:
- Früh erkennbar, aber unklar in ihrer Bedeutung
- Können auf kommende Chancen oder Risiken hinweisen
- Werkzeug der strategischen Frühwarnung
- Beispiele: Gerüchte über Technologiesprünge, erste Berichte über neue Regulierung, sinkende Kundenzufriedenheit in einer Nische
Prozess: Problemwahrnehmung → Problemanalyse → Negativ (Warnung vor Risiken) / Positiv (Hinweis auf Chancen) → Einleitung von Maßnahmen
Siehe auch: Fruehwarnsysteme · Unternehmensplanung · Controlling · Betriebliche_Kennzahlen
#anki-karteikarten
Was ist der Unterschied zwischen operativer und strategischer Kontrolle? :: Operativ = kurzfristig, "doing the things right" (Effizienz), passt Ausführung an. Strategisch = langfristig, "doing the right things" (Effektivität), passt Strategie an. #konzept #weight-3 #exam-critical #wiso
Nenne die 3 Elemente strategischer Kontrolle :: 1. Prämissenkontrolle — Planungsannahmen noch gültig? 2. Durchführungskontrolle — strategische Maßnahmen umgesetzt? 3. Strategische Überwachung — nicht-geplante Diskontinuitäten erkannt? #konzept #weight-3 #exam-critical #wiso
Was sind schwache Signale (weak signals)? :: Frühe, unspezifische Anzeichen von Umfeldveränderungen — liefern noch keine klaren Handlungsempfehlungen, erfordern aber Aufmerksamkeit. Werkzeug der strategischen Frühwarnung. Beispiele: Technologiegerüchte, erste Regulierungsberichte. #konzept #weight-2 #wiso
Was ist der Unterschied zwischen Ergebniskontrolle (Feedback) und Soll-Wird-Kontrolle (Feedforward)? :: Feedback/Ergebniskontrolle = nachträglicher Ist-Soll-Vergleich (Ziel erreicht?). Feedforward/Soll-Wird-Kontrolle = Soll vs. hochgerechneter Ist-Wert → Prognose ob Ziel noch erreichbar ist. #konzept #weight-2 #wiso
Pfad: WISO/BWL/Strategische_Kontrolle.md Tags: wiso, bwl, ihk, controlling, kontrolle, strategie, fruehwarnung Relevanz: WISO – IHK EXAM